Mein (Um)Weg zur Fotografie 2/2

Im ersten Teil habt ihr nun erfahren, was ich so vor dem aktiven Fotografieren getrieben habe, wie ich zu Photoshop kam, dort meine ersten Erfahrungen gesammelt habe, in welcher künstlerischen Richtung ich aktiv war und wie ich die Fotografie bis dahin wahrgenommen habe. Und dann kam eben dieser Wendepunkt im Dezember 2012. Nach vielen Hin-und Herüberlegen wurde der Wunsch nach dem eigenen ersten Hund dann eben Ende 2012 so groß, dass ich anfing aktiv nach Welpen zu suchen. Damals war ich noch auf einen Labrador eingeschossen, hab mich dann aber doch nochmal nach Hunderassen kundig gemacht, die neben der besagten Rasse ebenfalls für eine Wohnungshaltung geeignet waren. So stieß ich auf eine Rasse namens Entlebucher Sennenhund - noch nie gehört zuvor - gefiel mir aber irgendwie auf Anhieb von der Beschreibung und vom Aussehen. DAS sollte er nun aber wirklich sein! Also fing die Suche nach Welpen nochmal neu an. Anfang Dezember bin ich dann auf eine Anzeige in Thüringen gestoßen. Dort war die Rede von "Entlebucher/Appenzeller Sennenhund Welpen" . Es sollte ein Rüde werden und zwei standen noch zur Verfügung. Also Termin ausgemacht und ab zur Besichtigung. Ich kann mich an diesen Tag noch so genau erinnern. Vereinbart war eigentlich nur eine Besichtigung, eine Anzahlung und dann im Januar die Abholung, da ich dann drei Wochen Urlaub eingeplant hatte. Wie das aber so manchmal ist im Leben, kommt eh alles anders als erwartet. Schon als ich in dem großen Bauerngehöft ankam und ich die ersten Posthorn-Schwänze gesehen hatte , fragte ich nochmal genau nach der Rasse und es hieß dann, dass es Appenzeller Sennenhunde wären. Nix Entlebucher. Ich dachte mir erstmal ziemlich blauäugig "Na ja okay, so groß wird der Unterschied ja nicht sein"


Tja, und dann wurde mir Max in den Arm gelegt mit den Worten: "...und das ist der Max". Da war's aus und um mich geschehen. Ich glaube jeder, der plant sich einen Hund anzuschaffen und dann das erste mal den auserwählten Welpen in den Armen hält, weiß was das für ein unbeschreibliches Gefühl ist. Kurz um: Max war 10 Wochen alt, ich bezahlte gleich den kompletten Betrag und nahm ihn gleich an dem Tag noch mit.

Der erste Abend im neuen Zuhause

Da war er nun! Das Foto ist noch vom ersten Abend und wie man sieht, war er ziemlich platt. Dieses Foto ist mit meinem damaligen Smartphone entstanden. Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich diese Aufnahmen hab, aber mir wurde schnell bewusst, dass mir diese Handyfotos auf Dauer wohl nicht ausreichen würden. Ich wollte unbedingt "schönere" Fotos von Max und seiner Entwicklung haben. Aus Hundebüchern, Kalendern und dem Tierfachhandel kannte ich nun auch diese tollen Fotos mit weichen Hintergrund und Hunden, die über eine Wiese rannten. Diese nahm ich nun durch Max natürlich vermehrt war und dachte mir "Solche Fotos von Max wären schon ziemlich cool". DAS war der Moment in dem ich mich das erste mal mit dem Kauf einer eigenen "richtigen" Kamera auseinandersetzte. Leider war mir klar, dass mein Budget nicht für eine Spiegelreflexkamera (kurz DSLR - digital single lens reflex) reichen würde. An zusätzliche Objektive war erst gar nicht zu denken. Ich befasst mich also etwas mit dem Thema und stieß auf die sogenannten Bridgekameras. Davon hatte ich bis dahin auch noch nie gehört. Diese sollen angeblich eine Brücke zwischen den kompakten Kameras und den Spiegelreflexkameras schlagen - daher der Name. Ein paar Modelle muteten tatsächlich auch wie etwas zu klein geratene DSLR an und hatten auch schon einige Funktionen, die eigentlich Spiegelreflexkameras vorbehalten waren. Aber auch diese besseren Bridgekameras lagen außerhalb meines Budgets. Ich testete dann erstmal drei Wochen eine Nikon Coolpix L810, die meinen Erwartungen aber nicht entsprach und schließlich Retoure ging. Ein paar Fotos möchte ich euch trotzdem zeigen:

Ich fand dann in der Fuji FinePix HS20 EXR einen guten Kompromiss, die über eBay auch erschwinglich war. Da ich ja damals schon diese weichen Hintergründe bewunderte, war ich dann sehr glücklich mit der Kamera, da diese bei Porträts eine Spezialfunktion hatte, die eben eine ähnliche Weichzeichnung erreichen sollte, wie es DSLRs tun. Zwar klappte das oft nicht so wie vom Hersteller vorgesehen, da es über eine kamerainterne Software "erzwungen" wurde, aber ich war mit den Ergebnissen insgesamt zufriedener als mit der Nikon. Über einige Fotos bin ich auch bis heute sehr glücklich. Hier mal ein kleiner Auszug:

Keine Frage - man konnte mit dieser Kamera schöne Fotos machen. Allerdings hab ich mich damals noch nicht so sehr mit dem Thema auseinander gesetzt, so dass ich z.B. nicht zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO hätte unterscheiden können, geschweige denn sagen können, was das überhaupt ist. Ich fotografierte hauptsächlich im Automatikmodus. Auch das Thema Licht war damals für mich nicht wirklich relevant. Knalliger Sonnenschein z.B. zur Mittagszeit war für mich ideales Wetter zum Fotografieren. Wer sich auskennt, wird wissen, dass das die denkbar ungünstigste Zeit zum Fotografieren ist, aber ich wusste es damals halt nicht besser. Leider kam diese Kamera in Bezug auf Actionfotos dann an ihre Grenzen. Eine schöne Freistellung während des Rennens oder anderer Bewegung war damit einfach nicht möglich. Der Grund hierfür lag vor allem am verbauten Objektiv und am zu langsamen Autofokus. Eher sah es dann so aus:


Wie ihr seht : Freistellung eigentlich gleich null. Aber hey, netter Himmel! Da ich unbedingt solche Actionsfotos von Max haben wollte, hab ich einen guten Freund kontaktiert, von dem ich wusste, dass er ein gutes Kamera-Equipment besitzt. Zwar hatte er bis zu diesem Zeitpunkt keine Hunde fotografiert und erst recht nicht in Bewegung, aber wir haben uns spontan getroffen und dabei kamen ein paar Aufnahmen heraus, die ich bis heute echt mag.

Ich war sowas von angetan von dieser Freistellung und den Möglichkeiten! Leider wusste ich, dass so ein Equipment eben auch sehr teuer ist und damals nach wie vor nicht im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten lag. Aber ich dachte mir nur : "Irgendwann..." Das waren übrigens auch die ersten Fotos, die ich jemals im RAW-Format bearbeitet hatte und es hat mich auch umgehauen, was man da teilweise noch rausholen konnte aus den Fotos und ändern kann. Nun sollte es dies allerdings erstmal gewesen sein für die nächsten Jahre. Klar, man hat hin und wieder Schnappschüsse mit dem Smartphone gemacht. Ein paar davon möchte ich euch auch nicht vorenthalten, denn auch mit dem Smartphone sind durchaus schöne Fotos möglich.

Mein Fokus lag dann aber für die nächsten drei Jahre voll und Ganz auf dem Sport. Die Fotos schaute ich mir aber trotzdem immer wieder gerne an und der Wunsch eine eigene DSLR zu besitzen, verschwand nie so richtig aus meinem Gedächtnis. Ende 2017 absolvierte ich dann meinen bis heute letzten Wettkampf im Natural Bodybuilding und für mich war klar, dass ich es sportlich ab diesem Zeitpunkt etwas ruhiger angehen lassen wollte. 2018 sollte das Jahr werden, in dem dieser langjährige Wunsch endlich in Erfüllung gehen sollte. Tja, was soll ich sagen? Auch hier kam wieder alles ein wenig anders und schneller als erwartet. Denn nun kann ich den Bogen zum Anfang von Teil 1 spannen, wie ich dann schon Ende 2017 die Canon 70D mein Eigen nennen durfte und die Fotografie mich seitdem komplett in ihren Bann gezogen hat. Mit einer derartig positiven Resonanz und rasanten Entwicklung hätte ich dann aber niemals gerechnet und bin auch heute noch echt geflasht darüber, wie die Dinge so ihren Lauf genommen haben und frage mich oftmals "Warum hat es so lange gedauert und warum hab ich nicht schon früher diesen Pfad eingeschlagen?". Wenn es um solche Dinge, wie Bestimmung, Karma o.ä. im Leben geht muss ich oft an ein Zitat von Forrest Gump denken, der mal sagte:


„Jenny, ich weiß nicht, ob Mama Recht hatte oder ob Leutenant Dan Recht hatte. Ich weiß nicht, ob jeder von uns sein Schicksal hat oder nur zufällig dahin treibt wie ein Blatt im Wind. Aber ich denke, es stimmt vielleicht beides. Vielleicht passiert ja beides zur selben Zeit"

Nun darüber kann man natürlich wunderbar philosophieren und genau so gut kann man darüber philosophieren, was die Zukunft noch so bereit hält. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf und würde mich freuen, wenn ihr mich auch weiterhin auf meinem Weg begleitet und Teil dieser Reise seid...

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