Canon EF 100mm f/2.8 USM Macro in der Hundefotografie

Im Juni diesen Jahres durfte ich im Rahmen meiner Kooperation mit Canon das EF 100mm f/2.8 USM Marco testen. Dieses war bisher das interessanteste Objektiv, was ich ich bisher testen durfte. Früher war ich wirklich fasziniert von Makroaufnahmen, vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass der Hintergrund so extrem unscharf gezeichnet war. Der Begriff "Bokeh" war mir damals einfach noch nicht geläufig. Nun hat sich mein Interesse in der Fotografie zwar in eine andere Richtung bewegt, nämlich hin zu den Hunden, aber im Laufe der letzten anderthalb Jahre habe ich schon mit meinem 135mm f/2.0 an der 70D durch den Cropfaktor diverse Detailaufnahmen machen können und empfand diese auch als sehr ansprechend und auf eine gewisse Art und Weise auch "speziell". Speziell daher, da es ist innerhalb der Tierfotografie nochmal eine besondere Disziplin. Natürlich war mir bewusst, dass mit einem Makroobjektiv noch deutlich mehr möglich ist. Daher habe ich die Chance genutzt es einfach mal zu testen als es zur Verfügung stand um zu sehen , was möglich ist und ob es sich auch noch anderweitig einsetzen lässt.

Kurz zur Geschichte des Objektivs:

Dieses Objektiv bildet eine Art Bindeglied. Es hat einen Vorgänger als auch Nachfolger. Der Vorgänger wurde 1990 eingeführt und besaß noch keinen Ultraschallmoter. Der Nachfolger wurde anno 2009 eingeführt. Die getestete Variante wurde im Jahr 2000 veröffentlicht.

Auf die technischen Daten werde ich nicht näher eingehen. Diese könnt ihr dem nachfolgenden Bild entnehmen. Das 100mm von 1990 ist hier leider nicht mit aufgeführt.

Haptik/Verarbeitung

Hier fühlte ich mich unmittelbar an mein EF 85mm f/1.8 USM erinnert. Der Tubus ist primär aus Plastik gefertigt und fühlt sich im Großen und Ganzen zwar wertig an, aber es ist eben ein ordentlicher Unterschied zu den meisten L-Objektiven, deren Tubus aus Metall besteht. Meines Wissens ist der Nachfolger zwar ebenfalls als L-Objektiv deklariert, aber hat wohl ebenfalls keinen Metalltubus. Summa Summarum ist der Vorteil natürlich, dass das Objektiv sehr leicht und handlich ist. Trotz des Plastiks liegt es sehr gut in der Hand und der Fokusring lässt sich problemlos bedienen. Er ist griffig und läuft schön weich. Ausgestattet ist das Objektiv mit 8 Blendenlamellen, die dafür sorgen, dass das Bokeh homogen und weich wirkt. Neben dem Schalter für das manuelle und automatische Fokussieren, gibt es noch einen Schalter zum Festlegen des Fokusbereichs. Somit kann der Autofokus noch schneller arbeiten und muss nicht den kompletten Fokusbereich "abscannen". Auf eine Gegenlichtblende musste ich leider verzichten, da diese nicht im Lieferumfang enthalten ist. Diesen Vorzug genießen nach wie vor nur die L-Objektive.

Handling/ Bildqualität

Die ersten Aufnahmen habe ich gleich in meiner Wohnung gemacht und hab mich von Anfgang sehr wohl mit diesem Objektiv gefühlt. Zuerst probierte ich mich an ein paar Zimmerpflanzen, aber mein Hauptaugenmerk soll ja die Hundefotografie sein, also hab ich nicht lange gewartet und hab ein paar Detailaufnahmen von meinem Hund Max gemacht. Insbesondere Nahaufnahmen von Augen faszinieren mich immer wieder und so war ich absolut angetan, von dem wie nah man mit dem Objektiv heran kommt und was für Details hier zu sehen sind. Der Autofokus arbeitete dabei auch mit vollen Fokusbereich und im Nahbereich sehr flott und treffsicher. Meine Hauptkamera ist zwar die Canon 5D Mark III ,aber ich hab mir auch hier einmal mehr den Cropfaktor der Canon 70D als APS-C Kamera zunutze gemacht und kam dadurch nochmal durch den engeren Bildwinkel "näher heran".

Auch war ich im Verlauf etwas outdoor unterwegs und habe neben Detailaufnahmen auch versucht das Objektiv für Porträts zu nutzen. Tja, was kann ich sagen? Auch dafür ist es richtig gut geeignet. Der Autofokus ist auch hier schnell und treffsicher, tolle Schärfe, selbst bei Offenblende von f/2.8. Eine großartige Verbesserung durch Abblenden hab ich persönlich nicht wahrnehmen können. Hier noch ein paar Fotos, welche alle "nur" mit Adobe Lightroom grundoptimiert wurden:

Fazit

Der positive Ersteindruck hat sich auch im Verlauf bestätigt. Ein tolles Objektiv, welches für mich mal wieder unter Beweis stellt, dass die Zeit (in dem Fall 19 Jahre) manchen Objektiven nichts anhaben kann. Trotz seines Nachfolgers, würde ich wahrscheinlich eher zu diesem Objektiv greifen. Warum? Das Preis/Leistungsverhältnis. Der Nachfolger schlägt mit einem Neupreis von ca. 950€ zu Buche während dieses Objektiv hier gerade einmal die Hälfte kostet. Dabei habe ich nicht einmal die Preise vom Gebrauchtmarkt miteinbezogen. Ich denke, dass man sich dieses Objektiv hier auch für unter 300€ schießen kann. Ich kann es immer wieder nur betonen. All meine Objektive habe ich bisher gebraucht gekauft und bereue es keine Sekunde. Der verbaute IS im Nachfolger soll eine Vorteil von ca. zwei Blendenstufen mit sich bringen. Bei schlechten Lichtverhältnissen defintiv von Vorteil, da man länger belichten kann. Ob dies sowie eine mitgelieferte Gegenlichtblende , ein Objektivköcher und eine um 1cm verbesserte Naheinstellgrenze den Aufpreis wert sind, obliegt jedem selbst...

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