Mein Foto-Equipment für die Hundefotografie

Lange hab ich diesen Blogeintrag geplant und vor mir hergeschoben. Vor dem nächsten „Guess-the-Lens“, eine meiner Community-Aktionen auf Instagram, wollte ich ihn dann aber doch fertig geschrieben haben. Somit hat theoretisch jeder die gleichen Chancen bei diesem kleinen Ratespiel. Ein anderer gewichtiger Grund ist vor allem die immer wiederkehrende Frage nach meinem Equipment oder Empfehlungen. Geplant ist, dass ich zu jeder Kamera und jedem Objektiv auch nochmal einzelne Beiträge schreibe oder dazu ein Video abdrehe. Mal sehen für welche Form ich mich dann letzten Endes entscheiden werde. Dann fangen wir mal an!

Meine Kameras: Canon EOS R5:


Seit Januar 2021 meine Hauptkamera und ich denke, dass sie das auch jetzt ein paar Jahre bleiben wird. Nach der Ankündigung im Jahr 2020 und den ersten Tests war für mich klar: 2021 zieht entweder die EOS R5 oder R6 ein. Ich hab mich letzten Endes für die R5 entschieden. Warum und Wieso? Das würde ich dann eben auch in einem ausführlicheren Beitrag erklären. Ich kann aber defintiv sagen, dass es die richtige Wahl für mich war, auch wenn ich dafür tief in die Tasche greifen musste. Ich hab auch überlegt, zu welchem Zeitpunkt im Jahr ich sie mir zulegen werde. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es ja leider extreme Lieferengpässe , Lieferketten sind unterbrochen und viele Fabriken, die eben auch Halbleiter, Mikrochips etc. herstellen und somit auch die Kamerahersteller beliefern, können nur auf niedrigem Niveau produzieren. Somit war ein Rabatt oder eine dauerhafte Reduzierung des Preises der R5 sehr unwahrscheinlich. Ebenso muss man sagen, dass die Nachfrage nach den beiden Kameras enorm ist. Deswegen hab ich dann doch schon zu Beginn des Jahres zugegriffen.

Die Art und Weise, wie ich mit dieser Kamera jetzt fotografiere ,unterscheidet sich mittlerweile grundlegend von dem, wie ich bisher vorgegangen bin und ermöglicht mir ein komfortableres, dynamischeres und sogar bewussteres Fotografieren. Ja, die Qualität meiner Fotos direkt aus der Kamera hat sich damit nochmal um einiges verbessert. Dem unglaublich guten AF(Autofokus)-System sei Dank hat man fast kaum noch Ausschuss. Der Animal-Eye-AF, also der AF, der direkt Tieraugen erkennt und auf diesen "kleben bleibt" funktioniert in 90% der Fälle auch so dermaßen gut - WAHNSINN! Über die Serienbildgeschwindigkeit muss man eigentlich kein Wort verlieren - 12 Bilder/Sekunde mit mechanischen Verschluss und sogar bis zu 20 Bilder/Sekunde mit dem elektronischen Verschluss sind eine irre Geschwindigkeit, mit der Actionaufnahmen nochmal auf einem ganz anderem Niveau möglich sind. Ich mach's kurz: Diese Kamera erfüllt meine Erwartungen zu fast 100% und ist ein Werkzeug, mit dem ich meine Fotografie nochmal um ein vielfaches verbessern kann.

Canon EOS 5D Mark IV Meine gute, alte 5D Mark IV bleibt erstmal bei mir als Back Up bzw. als primäre Kamera für meine Freundin. Ich kann mich trotzdem nicht beklagen, denn sie hat mir knapp anderthalb Jahre sehr gute Dienste geleistet. Lange hatte ich hin und her überlegt, ob sich ein Upgrade von der Mark III auf die Mark IV lohnen würde. Aufgrund eines sehr guten Angebots für eine gebrauchte Mark IV hab ich dann doch zugeschlagen. Haben sich meine Fotos im Vergleich zur Mark III verbessert? Schon, aber nicht in dem Maß, wie es die R5 im Vergleich zur 5D Mark IV gerade tut. Hervorzuheben ist definitiv der verbesserte AF und Dynamikumfang im Vergleich zur Mark III.



Würde ich diese Kamera heute noch an jemanden empfehlen? Wenn jemand bereits Canon Objektive sowie eine ältere Spiegelreflexkamera besitzt und demjenigen ein sehr gutes Angebot vorliegt (gebraucht ~1500€ ), dann würde ich sie 2021 noch empfehlen. Wenn ihr allerdings noch etwas wartet bis 2022 oder gar 2023 und die R5 und R6 im Preis fallen, ist sogar die R6 definitv die, für die Hundefotografie besser geeignete Kamera. Die Zukunft ist spiegellos!

Meine Objektive: Canon EF 135mm f/2.0L USM Ich nenne dieses Objektiv zuerst, weil genau dieses Objektiv mir den Weg zu den Fotos geebnet hat, die ich mir vorgestellt habe. Hunde fotografieren mit einer sehr starken Freistellung! Das Bokeh ist bei Offenblende nach wie vor ein Traum, trotz des stolzen Alters. Man sollte nicht vergessen, dass dieses Objektiv bereits seit 1996 auf den Markt ist. Es ist nach wie vor sehr schnell in Bezug auf den Autofokus und die Schärfe ist definitiv auch nicht




von schlechten Eltern, auch wenn es diesbezüglich mittlerweile noch deutlich bessere Optiken gibt. 135mm sind nicht nur für Porträts wunderbar geeignet sondern mit dieser Brennweite sind auch schon sehr gute Actionaufnahmen möglich. Würde mich jemand fragen: Sebastian, ich suche EIN Objektiv, mit dem ich mit meinen Hund Porträts und Actionaufnahmen festhalten kann und das mit einer möglichst starken Freistellung! Dann würde ich auch heute defintiv ein 135mm empfehlen! Es war die ersten anderthalb Jahre eigentlich mein "Immerdrauf"-Objektiv, auch wenn diese Telebrennweite schon etwas einschränkend und speziell sein kann. Für das,was ich fotografieren wollte, also Hunde im Porträt und im Laufen, war es I-D-E-A-L!!

Canon EOS 5D Mark III + EF 135mm f/2.0L USM

Diese Empfehlung gilt in dem Fall für Vollformatkameras. An einer APS-C Kamera können die 135mm durch den Crop-Faktor schon mal etwas „zu lang“ werden, sprich: 135mm x Cropfaktor (bei Canon 1,6) ergibt einen Bildwinkel, der einer Brennweite von ca. 200mm an einer Vollformatkamera entsprechen würde. Manchmal wird hier von "Brennweitenverlängerung" gesprochen, was aber eben nichts mit der Brennweite sondern dem Bildwinkel zu tun hat. Für Action mag das gut funktionieren, für Porträts ist es schon teilweise etwas schwerer zu handhaben, da man viel Platz braucht.

Ich schreibe außerdem mit der Einschränkung "EIN Objektiv" , denn ich würde es ebenfalls nur empfehlen, wenn nicht schon andere Brennweiten vorhanden sind. Wer bereits ein 85mm und ein (70-)200mm sein Eigen nennt, für den kann es natürlich trotzdem lohnenswert sein. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass eins der anderen beiden Objektive dann vermehrt liegen bleiben wird. In meinem Fall war das mein 85mm... Canon EF 35mm f/1.4L II USM

Canon EF 35mm f/1.4L II USM

Dieses Objektiv ist erst nach ca. zweieinhalb Jahren des aktiven Fotografierens bei mir eingezogen und hat das 35mm von Sigma ersetzt. Dieses Objektiv setze ich vor allem bei Porträts aus der Vogelperspektive ein. Man kann es auch einsetzen, um mehr von der Umgebung mit einzubeziehen, was ich tatsächlich bisher kaum gemacht habe, da ich mich damit relativ schwer tue. Vor allem schätze ich das 35mm von Canon für seine Schnelligkeit und seine geniale Schärfe und den Kontrast ohne irgendetwas bearbeiten zu müssen. Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM Mein einziges Zoom-Objektiv! Ich hab es mir damals primär für Actionaufnahmen zugelegt, da es von vielen für die Hundefotografie empfohlen wurde. Insgesamt ist es auch hervorragend dafür geeignet, insbesondere für Actionaufnahmen. Allerdings hab ich es fast ausschließlich auf 200mm gezommt genutzt und hab die Flexibilität durch den Zoom eigentlich nie wirklich als Vorteil für mich entdeckt. Da hab ich mir im Nachhinein öfter schon die Frage gestellt, ob es nicht das 200mm f/2.8 als Festbrennweite für die Actionfotos ausgereicht hätte.

Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM

Sei es drum! Es findet trotzdem noch oft genug seine Einsätze, nämlich in den Händen meiner Freundin, wenn sie Pferde fotografiert. Für die Pferdefotografie, kann ich dieses Objektiv ebenfalls guten Gewissens empfehlen, wenn ihr ein Objektiv sucht, mit dem ihr nahezu alles in dieser fotografischen Disziplin machen könnt. Auch hier stimmt die Schnelligkeit des AF und Abbildungsleistung. Ich vermisse hin und wieder lediglich eine kleine Brise an Kontrast.

Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM DAS ist natürlich ein Brocken! Stolze 2,5kg bringt das Objektiv alleine auf die Waage. Für viele sicherlich schon zu viel um aus der Hand zu fotografieren. Für mich ist es okay. Ich hatte bereits den Vorgänger und wäre auch bei diesem geblieben, wenn dieser die maximale Serienbildgeschwindigkeit an der EOS R5 unterstützt hätte. Dieses Objektiv ist im Moment mein Standard für Actionaufnahmen. Dafür ist es auch ein absoluter Traum! Mehr muss man da nicht sagen. Es ist in jeder Hinsicht nochmal ein Stück über dem 70-200mm angesiedelt, egal ob das jetzt die AF-Geschwindigkeit, Treffsicherheit oder Abbildungsleistung betrifft.


Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM

Mein Bauchgefühl sagt mir in letzter Zeit immer mal wieder, dass ich mit dem 300mm noch mehr machen sollte, als nur Actionaufnahmen von Hunden. Daher überlege ich mehr und mehr auch damit Vögel zu fotografieren und mich quasi ein wenig an den Wildlife-Bereich ranzutasten.

Canon EOS R5 + EF 300mm f/2.8L IS II USM

Canon EF 100mm f/2.8L IS USM Kennt ihr meine Detailaufnahmen von den Hundeaugen? Richtig, die werden seit gut einem Jahr nur noch mit diesem Objektiv festgehalten.

Canon EF 100mm f/2.8L IS USM

Davor hab ich mir die recht gute Naheinstellgrenze des 135mm f/2.0 in Kombination mit dem Crop-Faktor der EOS 70D zunutze gemacht, wodurch man auch schon recht nah an die Augen ran kam.

Canon 70D + EF 135mm f/2.0L USM

Sigma ART 105mm f/1.4 DG HSM Das beste zum Schluss könnte man sagen. Dieses Teil ist auch schon ein ganz schöner Brecher, aber es lohnt sich das knapp 1,5kg schwere Objektiv mitzuschleppen. Man wird mit einem Bokeh belohnt, das Seinesgleichen sucht und diesbezüglich auch das Canon 135mm in den Schatten stellt.. Nicht umsonst hat es den Spitznamen „Bokeh-Master“ verpasst bekommen.

Sigma ART 105mm f/1.4 DG HSM

Genau dies war letzten Endes auch der Beweggrund für den Kauf. Dieses Objektiv ist rein für Porträts gedacht. Für nichts anderes! Neben dem wahnsinnigen Bokeh sticht auch die Schärfe selbst bei Offenblende und bei Fokussierungen im Randbereich ins Auge. Es hat recht kurz nach dem Einzug mein geliebtes 135mm abgelöst. Das Einzige, was mich wirklich etwas stört, ist der etwas zu langsame Autofokus. Schnelle Rennsemmeln sind damit nur schwierig scharf zu bekommen. Bis zur Trabgeschwindigkeit eines Hundes leistet der AF noch gute Arbeit und bekommt den Hund schnell genug fokussiert. Alles was schneller ist, wird definitiv schwieriger. Nichtsdestotrotz hat sich dieses Objektiv mittlerweile zu meinem Favoriten entwickelt und

darf in meinem Rucksack nie fehlen.

Canon EOS R5 + Sigma ART 105mm f/1.4 DG HSM

Bereits ausgezogen:

Anfang 2021 ist einiges an Equipment "ausgezogen"

Canon EOS 70D - Grund für die Abgabe: Ich hatte einfach keine Verwendung mehr dafür. Lange Zeit hab ich sie noch behalten aufgrund des dreh- und schwenkbaren Displays, aber auch dieser Vorteil war keiner mehr, als die EOS R5 eingezogen ist. Canon EOS 5D Mark III - Grund für die Abgabe: Meine Hauptkamera von 04/2018 bis 11/2019, also gute 1 ½ Jahre. Wurde dann zum Back Up degradiert, als sie durch die Mark IV als Hauptkamera ersetzt wurde. Nachdem die EOS R5 nun eingezogen war, war es an der Zeit „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Canon EF 85mm f/1.8 USM - Grund für die Abgabe: Mein allererstes Wechselobjektiv und an einer APS-C Kamera, wie der 70D, fast gleichzusetzen, wie das 135mm an einer Vollformakamera. Sprich: Tolle Kombination!! Es hat einen sehr schnellen Ultraschallmotor verbaut, welcher auch für Actionaufnahmen taugt. Die Schärfe ist auch sehr sehr gut. Das einzige was auffällt, sind chromatische Aberationen, die beim Fotografieren mit offener Blende vermehrt auf reflektierenden Oberflächen oder in den Lichtern entstehen können. Diese muss man dann in der Nachbearbeitung noch rausrechnen. Gerade wenn man kein so großes Budget für ein Objektiv hat und sich trotzdem nach einem geeigneten Objektiv für die Hundefotografie sucht, hab ich dieses Objektiv schon mehrfach empfohlen und die Leute waren immer sehr glücklich mit dieser Wahl!

Sigma 35mm f/1.4 DG HSM - Grund für die Abgabe: Wurde durch das 35mm von Canon ersetzt. Preis-Leistungstechnisch aber ein absolut geniales Objektiv. Was mich leicht gestört hat, war die Inkonsistenz des AF. Ich brauchte mindestens vier Fotos von einem Motiv, dass ich bei wenigstens einem Foto sicher sein konnte, dass der Fokus halbwegs auf dem Auge sitzt. Ich werde definitiv auch nochmal einen Vergleich zwischen dem Sigma und Canon machen.

Canon EF 300mm f/2.8L IS USM Wurde durch die Mark II Version ersetzt. Der Grund steht etwas weiter oben

468 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen